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Stand: Juli 2026

Teilweise steuerfrei: Kombiwetten ohne Steuer und wo die Falle liegt

Nicht jeder Wettanbieter, der mit „ohne Wettsteuer“ wirbt, verzichtet auf alle 5,3 %. Ein Teil der Anbieter ist nur teilweise steuerfrei: Sie bieten steuerfreie Kombiwetten an, besteuern Einzelwetten aber ganz normal. Diese Kombiwetten ohne Steuer sind ein echter Vorteil, aber nur für die Wettart, für die sie gelten. Wer das übersieht, hält einen Anbieter für steuerfrei, der es nur zur Hälfte ist.

Teilweise steuerfreie Anbieter: NEO.bet und Merkur Bets stellen nur Kombiwetten steuerfrei, Tipwin nur online, Bet3000 je nach Wettart; Einzelwetten bleiben besteuert.

Teilweise steuerfrei ist nicht dasselbe wie steuerfrei

In Deutschland fallen seit Juli 2021 pauschal 5,3 % Wettsteuer auf den Einsatz an, geregelt im Rennwett- und Lotteriegesetz. „Ohne Steuer“ bedeutet, dass der Anbieter diese 5,3 % selbst trägt, statt sie an den Tipper weiterzugeben. Ein echter steuerfreier Anbieter tut das auf allen Wetten: Einzel- wie Kombiwetten, jede Sportart, jeder Markt.

Bei den teilweise steuerfreien Anbietern gilt der Verzicht dagegen nur unter Bedingungen. Am häufigsten ist die Kombiwette der Türöffner: Der Anbieter übernimmt die Steuer, wenn mehrere Auswahlen auf einem Schein stehen, verlangt sie bei der Einzelwette aber weiter. Das ist legal und transparent, sobald es in den AGB steht; es ist nur kein flächendeckender Verzicht. Genau deshalb führen wir diese Anbieter getrennt vom Kern der wirklich steuerfreien Buchmacher.

Steuerfreie Kombiwetten: welche Anbieter das anbieten

Vier Anbieter fallen aktuell (Stand Juli 2026) in die Kategorie „teilweise steuerfrei“. Die Einschränkung ist bei jedem etwas anders gelagert:

  • NEO.bet: steuerfrei bei Kombiwetten ab zwei Auswahlen, Einzelwetten werden mit 5,3 % besteuert. Ältere Angaben, NEO.bet sei „0 % auf alles“, treffen nicht mehr zu.
  • Merkur Bets: steuerfrei bei Kombiwetten und im Bet-Builder, und zwar seit etwa April 2025. Einfache Einzelwetten außerhalb dieser Formate bleiben steuerpflichtig.
  • Tipwin: online steuerfrei, im Wettshop fallen 5 % an. Hier hängt der Vorteil nicht an der Wettart, sondern am Kanal: Wer im Laden tippt, zahlt.
  • Bet3000: steuerfrei je nach Wettart. Der Verzicht gilt nicht pauschal, sondern abhängig davon, welche Wette platziert wird.

Keiner dieser vier Anbieter übernimmt die 5,3 % auf jede beliebige Wette; das unterscheidet sie von den vollständig steuerfreien Buchmachern.

Kombiwetten ohne Steuer: wo die Falle liegt

Die Werbung verkürzt gern auf „ohne Wettsteuer“, und der Zusatz „nur bei Kombis“ steht im Kleingedruckten. Für jemanden, der überwiegend Einzelwetten spielt, ist so ein Angebot faktisch nicht steuerfrei. Der Effekt ist leicht zu unterschätzen: Bei 5,3 % auf den Einsatz kostet eine 100-Euro-Einzelwette rund fünf Euro Steuer, die bei einer geförderten Kombi entfallen würde.

Dazu kommt: Auch bei den steuerfreien Kombiwetten selbst gibt es Grenzen. Cash-out, einzelne ausgeschlossene Märkte oder Sonderwetten können vom Verzicht ausgenommen sein. Wer den Vorteil sicher nutzen will, sollte vor der Wette prüfen, ob der konkrete Schein als förderfähige Kombiwette zählt. Wie hoch die Steuer im Zweifel ausfällt, lässt sich mit dem Wettsteuer-Rechner vorab in Euro beziffern, inklusive des Unterschieds zwischen Abzug vom Einsatz und vom Gewinn.

Wann sich ein teilweise steuerfreier Anbieter lohnt

Für Tipper, die ohnehin fast ausschließlich Kombiwetten spielen, kann ein solcher Anbieter passen: die steuerfreie Kombi ist dann genau die Wettart, die man nutzt. Sobald aber regelmäßig Einzelwetten dazukommen, verwässert der Vorteil. In diesem Fall ist ein vollständig steuerfreier Anbieter die klarere Wahl, weil dort keine Wettart aus dem Verzicht herausfällt.

Wichtig ist, den Status nicht als dauerhaft zu verstehen. Die Steuerübernahme ist eine freiwillige, kommerzielle Entscheidung des Buchmachers und kann sich ändern: mal wird sie ausgeweitet, mal wieder eingestellt. Deshalb halten wir jeden Status datiert fest.

So bleibt der Status aktuell

Ob ein Anbieter noch teilweise oder inzwischen vollständig steuerfrei ist (oder die Steuer wieder weitergibt), verändert sich laufend. Den datierten Überblick (wer aktuell noch steuerfrei ist und wer nur bei Kombis verzichtet) führen wir im Steuerfrei-Radar. Wenn Sie einen Anbieter suchen, der die 5,3 % auf jede Wette übernimmt, hilft das Ranking der steuerfreien Wettanbieter weiter.

Häufige Fragen

Was bedeutet „teilweise steuerfrei“ bei einem Wettanbieter?

Teilweise steuerfrei heißt, dass der Anbieter die 5,3 % Wettsteuer nur für bestimmte Wettarten übernimmt, meist für Kombiwetten. Bei Einzelwetten oder im Wettshop wird die Steuer weiter berechnet. Es ist also kein Anbieter, der die Steuer auf alle Wetten trägt. Wer die 5,3 % auf jede Wette übernimmt, steht im Ranking der steuerfreien Wettanbieter.

Sind Kombiwetten ohne Steuer wirklich gratis?

Für die reine Wettsteuer ja: Wenn ein Anbieter steuerfreie Kombiwetten bewirbt, übernimmt er die 5,3 % auf diesen Wettschein. Der Vorteil greift aber nur, solange die Wette auch als förderfähige Kombi zählt. Einzeltipps, ausgeschlossene Märkte oder Cash-out können außen vor bleiben; die Bedingungen stehen in den AGB des Anbieters.

Ab wie vielen Auswahlen ist eine Kombiwette bei NEO.bet steuerfrei?

NEO.bet erlässt die Wettsteuer bei Kombiwetten ab zwei Auswahlen (Stand Juli 2026); die Anzahl der weiteren Tipps spielt dabei keine Rolle. Eine einzelne Auswahl reicht nicht: Einzelwetten werden weiterhin mit 5,3 % besteuert.

Ist Tipwin online und im Shop gleich steuerfrei?

Nein. Tipwin übernimmt die Wettsteuer im Online-Angebot, im Wettshop fallen dagegen 5 % an. Wer steuerfrei tippen will, muss also den Online-Weg wählen, im Laden gilt der Vorteil nicht.

Warum ist teilweise steuerfrei problematisch?

Weil die Werbung oft nur „ohne Wettsteuer“ sagt und die Einschränkung im Kleingedruckten steht. Wer eine Einzelwette platziert, zahlt dann doch. Mit dem Wettsteuer-Rechner sehen Sie in Euro, was die 5,3 % auf einer nicht befreiten Wette kosten.